Krankenkasse Franchise und Selbstbehalt 2018-08-01T15:33:07+00:00
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Franchise und Selbstbehalt in der Grundversicherung

Was bedeuten eigentlich Franchise und Selbstbehalt und wie optimieren Sie die Franchise, um bei Ihrer Krankenkassenprämie zu sparen? Oft sorgen die beiden Begriffe für Verwirrung im umfangreichen Versicherungsdschungel. Franchise und Selbstbehalt sind 2 unterschiedliche Mechanismen der Selbstbeteiligung im Krankheitsfall. Sie legen fest, wie viel Sie als Patient von Ihren Krankheitskosten übernehmen. Während der Selbstbehalt gesetzlich festgelegt ist, lässt sich die Franchise ändern – innerhalb bestimmter Stufen. Damit ist es Ihnen möglich, die Krankenkassenprämie zu senken. Von unseren unabhängigen Versicherungsexperten erfahren Sie dazu alles, was Sie wissen müssen.

Das System der Kostenbeteiligung

Wer in der Schweiz krankenversichert ist, beteiligt sich bei allfälligen Behandlungskosten selbst an den Kosten. Diese Kostenbeteiligung setzt sich aus der Franchise sowie einem zusätzlichen Selbstbehalt von 10 Prozent zusammen, wobei die Höhe des Selbstbehalts gesetzlich festgelegt ist.

Zusätzlich bezahlt der Versicherte die Krankenkassenprämie, unabhängig davon, ob er Versicherungsleistungen in Anspruch nimmt oder nicht. Die jährlichen Gesamtkosten setzen sich daher aus der Krankenkassenprämie, dem Selbstbehalt und der Franchise zusammen.

Die Franchise

Die Franchise ist der Teil der Behandlungskosten, den Sie pro Jahr selbst tragen. Sie ist im Versicherungsvertrag festgelegt, wobei Sie aus den Beträgen von 300 Franken, 500 Franken, 1.000 Franken, 1.500 Franken, 2.000 Franken und 2.500 Franken auswählen. Bis zum Betrag der gewählten Franchise bezahlen Sie die Krankheitskosten selbst, erst anschliessend erhalten Sie Versicherungsleistungen durch die Krankenkasse. Grundsätzlich gilt: Je höher die Franchise, desto tiefer die Krankenkassenprämie.

Nicht jede Krankenkasse bietet alle Franchisestufen an. Es ist möglich, dass Sie bei Ihrer Krankenkasse weniger Stufen zur Auswahl haben. Gesetzlich vorgeschrieben ist lediglich die Mindestfranchise von 300 Franken, wobei es Krankenkassen nicht erlaubt ist, eigene Franchisestufen zu kreieren. Die Funktionsweise bleibt aber in jedem Fall unverändert.

Die Franchise legen Sie zum Versicherungsbeginn fest, es ist Ihnen jedoch erlaubt, diese anschliessend zu ändern. So ist der Wechsel zu einer tieferen Franchisestufe jeweils zu Beginn eines neuen Jahres möglich. Wichtig ist, dass Sie der Krankenkasse die gewünschte Senkung bis zum letzten Arbeitstag im November schriftlich mitteilen.

Auch eine Erhöhung der Franchise ist jeweils zum Jahresbeginn möglich, wobei Sie die gewünschte höhere Franchise der Versicherung bis zum letzten Arbeitstag im Dezember schriftlich mitteilen. Da hier genau wie bei der Kündigung des Versicherungsvertrages der Tag entscheidend ist, an dem der Brief zur Franchisenänderung bei der Krankenkasse eintrifft, empfehlen unsere wefox-Experten, den Änderungswunsch eingeschrieben zu versenden.

Der Selbstbehalt

Von allen Kosten, die über die festgelegte Franchise hinausgehen, übernimmt die Krankenkasse 90 Prozent. Die übrigen 10 Prozent trägt der Versicherte als Selbstbehalt, wobei dieser Prozentsatz gesetzlich vorgeschrieben ist. Das heisst, dass die Krankenkasse nicht in der Lage ist, den Selbstbehalt abzuändern.

Zum Schutz des Versicherten gibt es eine Obergrenze von 700 Franken pro Jahr. Überschreitet der Selbstbehalt diesen Höchstbetrag, übernimmt die Krankenkasse alle weiteren Kosten vollständig. Der maximale Selbstbehalt für Kinder liegt bei 350 Franken pro Jahr. Leistungen für schwangere Frauen wie bis zu 7 Kontroll- und 2 Ultraschalluntersuchungen erfordern keinen Selbstbehalt. Auch Kurse zur Vorbereitung auf die Geburt sowie die Geburt selbst fallen nicht darunter. Bei allfälligen Komplikationen oder Krankheiten ab der 13. Schwangerschaftswoche und bis zu 8 Wochen nach der Geburt erlässt die Krankenkasse ebenfalls die Kostbeteiligung.

Zur Veranschaulichung finden Sie nachfolgend 3 einfache Rechenbeispiele. Bei Unsicherheiten zur genauen Berechnung der Gesamtkosten helfen Ihnen diese Beispiele möglicherweise weiter.

Rechenbeispiele

Die nachfolgenden Rechenbeispiele helfen Ihnen, das System der Kostenbeteiligung und den Unterschied zwischen Franchise und Selbstbehalt besser zu verstehen.

Beispiel 1:

Gewählte Franchise2.500 Franken
Gesamte Behandlungskosten während eines Jahres:1.600 Franken
Restbetrag nach Abzug der Franchise:0 Franken
Selbstbehalt von 10% des Restbetrages:0 Franken
Von der Krankenkasse übernommen:0 Franken
Vom Patienten total zu bezahlen:1.600 Franken

In diesem Fall übernimmt die Krankenkasse aufgrund der hohen Franchise noch keine Kosten. Der Versicherte trägt die Kosten von 1.600 Franken selbst. Falls im gleichen Jahr weitere Behandlungen nötig werden, bezahlt der Versicherte noch weitere 900 Franken selbst (bis zum Totalbetrag von 900 Franken), bevor die Krankenkasse 90 Prozent der Behandlungskosten übernimmt.

Beispiel 2:

Gewählte Franchise300 Franken
Gesamte Behandlungskosten während eines Jahres:5.000 Franken
Restbetrag nach Abzug der Franchise:4.700 Franken
Selbstbehalt von 10% des Restbetrages:470 Franken
Von der Krankenkasse übernommen:4.230 Franken
Vom Patienten total zu bezahlen (Franchise + Selbstbehalt):770 Franken

Im 2. Beispiel hat der Versicherte seine Franchise voll ausgeschöpft und bezahlt vom Restbetrag noch 10 Prozent als Selbstbehalt. Dieser Betrag von 470 Franken liegt unter dem Maximalbetrag von 700 Franken, der Versicherte bezahlt ihn somit vollumfänglich. Den Rest (4.230 Franken) übernimmt die Krankenkasse.

Beispiel 3:

Gewählte Franchise500 Franken
Gesamte Behandlungskosten während eines Jahres:10.000 Franken
Restbetrag nach Abzug der Franchise:9.500 Franken
Selbstbehalt von 10% des Restbetrages:950 Franken*
Von der Krankenkasse übernommen:8.800 Franken
Vom Patienten total zu bezahlen (Franchise + Selbstbehalt):1.200 Franken

* Es wird nur der Maximalbetrag von 700 Franken fällig!

Im Beispiel Nummer 3 überschreitet der Selbstbehalt den Maximalbetrag von 700 Franken. Der Patient bezahlt deshalb zusätzlich zur Franchise von 500 Franken nur den maximalen Selbstkostenanteil von 700 Franken. Alle darüber hinausgehenden Beträge übernimmt die Krankenkasse vollständig.

Bei offenen Fragen zur Zusammensetzung der Behandlungskosten und dem Zusammenhang zwischen Franchise und Selbstbehalt stehen Ihnen unsere wefox-Versicherungsberater jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.