Krankenkasse Kündigen 2018-08-01T15:33:08+00:00
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Krankenkassen kündigen – alle Informationen und Fristen

Jedes Jahr stehen Sie vor der Entscheidung: Möchten Sie bei Ihrer bisherigen Versicherung bleiben oder ist ein Wechsel der Krankenkasse von Vorteil? Für diese Entscheidung haben Sie einen Monat Zeit. Unsere Versicherungsexperten geben Ihnen wertvolle Tipps für die Entscheidungsfindung. Mithilfe der Details zum Kündigungsschreiben gelingt der Krankenkassenwechsel mit Leichtigkeit.

Warum ist es sinnvoll, die Krankenkasse zu wechseln?

Grundsätzlich ist der Abschluss einer Versicherung bei einer Krankenkasse Ihrer Wahl obligatorisch. Sie sind somit per Gesetz zumindest im Grundtarif versichert. Darüber hinaus haben Sie grosse Entscheidungsfreiheiten:

  • bei welcher Gesellschaft Sie sich versichern
  • wie hoch Sie Ihre Franchise wählen
  • welche Prämie Sie bereit sind, zu bezahlen
  • ob Sie Zusatzleistungen in Ihren Tarif inkludieren

Die Kriterien beeinflussen sich gegenseitig. Je höher Sie beispielsweise die Franchise wählen, desto niedriger ist Ihre monatliche Prämie. Dasselbe gilt in umgekehrter Richtung für den Leistungsumfang, der die Grunddeckung übersteigt. Unserer Meinung nach ist es empfehlenswert, bei bestehenden gesundheitlichen Problemen eine niedrigere Franchise zu wählen. Umgekehrtes raten wir jungen und gesunden Versicherten.

Falls Sie bisher eine hohe Franchise gehabt haben und gerne auf eine niedrigere umsteigen möchten, lohnt es sich vielleicht, nicht nur den Tarif, sondern gleich die Krankenkasse zu wechseln. Je nach Franchise, Prämien und Zusatzleistungen sagt Ihnen womöglich eine andere Gesellschaft besser zu. Hierfür kündigen Sie zunächst Ihre bestehende Mitgliedschaft bei der Krankenkasse. Doch geht dies ganz ohne Begründung?

Im Hinblick auf Ihre Kündigung sind Sie verhältnismässig frei. Sie begründen Ihren Wunsch nicht, sondern teilen Ihrem Versicherer einfach mit, dass Sie den Vertrag beenden möchten. Wichtig ist hierbei in erster Linie, dass Sie die geltenden Kündigungsfristen einhalten. Sind Sie zu spät, wird Ihre Versicherung bei der bisherigen Gesellschaft fortgeführt. Denn auch wenn es komfortabel wäre: Ihre Krankenkasse jederzeit wechseln, ist nicht möglich.

Welche Fristen gelten, um die Krankenkasse zu wechseln?

Das Bundesamt für Gesundheit legt jeweils im Herbst die Krankenkassenprämien für das folgende Jahr fest. Wenige Wochen später erhalten Sie eine Mitteilung darüber, wie sich Ihre Prämien für die folgenden 12 Monate verändern werden. Für diese Meldung hat Ihr Versicherer bis Ende Oktober Zeit.

Direkt nach dem Erhalt der neuen Policen prüfen Sie diese auf ihre Richtigkeit. Sind Sie mit der neuen Prämienhöhe zufrieden, brauchen Sie nichts weiter zu unternehmen. Gefällt Ihnen Ihre Krankenversicherung nicht mehr oder hat Ihr Versicherer gar die Prämie erhöht? Dann lohnt es sich, darüber nachzudenken, Ihre Krankenkasse zu wechseln. Dafür haben Sie etwa 1 Monat Zeit. Wir empfehlen Ihnen, Ihr Kündigungsschreiben bis zum 25. November abzuschicken – im Idealfall ist es vor dem 30. November bei der Versicherungsgesellschaft eingegangen. Ansonsten wird Ihre Versicherung Ihrem Kündigungswunsch nicht entsprechen.

Sonderfall: Zusatzversicherung

Eine Ausnahme von dieser Regel bilden freiwillige Zusatzversicherungen: Bei diesen ist es grundsätzlich erlaubt, ganzjährig zu kündigen. Traditionell erwarten die Versicherer Ihre Kündigung bis zum 30. September. Ihren wefox-Experten zufolge ist das allerdings nicht mehr als ein Richtwert. Details zur Kündigungsfrist Ihrer Krankenzusatzversicherung finden Sie in Ihren Vertragsunterlagen. Beachten Sie, dass es sich bei der Grundversicherung und der Zusatzversicherung um 2 separate Übereinkommen handelt. Die Kündigung des einen Vertrages hat keinerlei Auswirkungen auf den anderen – auch wenn beide bei derselben Gesellschaft geführt werden.

Die Grundversicherung im Sommer kündigen – geht das?

Für die meisten Versicherten gelten die obigen Abläufe und Kündigungsfristen. Es gibt jedoch auch Ausnahmen. Möglicherweise haben Sie auch das Recht, zum Sommer zu kündigen. Die Kriterien für die besondere Kündigungsfrist sind:

  • Sie haben weder eine Wahlfranchise noch ein alternatives Modell
  • Ihr neuer Versicherer übernimmt die Eckdaten Ihres vorangegangenen Vertrags
  • Sie kündigen bis zum 31. März
  • der Versicherungswechsel erfolgt zum 30. Juni

Sie möchten nicht bis zum Jahresende damit warten, Ihre Krankenkasse zu wechseln? Dann raten wir Ihnen dazu, Ihre Krankenversicherung auf dieses Sonderkündigungsrecht hin zu prüfen. Unserer Erfahrung nach klappt der unterjährige Krankenkassen-Wechsel häufiger als gedacht.

Auf einen Blick: Kündigungsfristen bei der Krankenkasse

  • im September genehmigt das Bundesamt für Gesundheit die Prämienanpassung für das Folgejahr
  • die Mitteilungen über die veränderten Prämien verschicken die Versicherer wenige Wochen darauf – meist im Oktober
  • bis zum 30. November haben Versicherte die Option, ihren Vertrag ohne weitere Begründung zu kündigen
  • für Zusatzversicherungen gelten abweichende Fristen. Details hierzu finden Sie in Ihren Vertragsunterlagen
  • in besonderen Fällen haben Sie ein zweimaliges Kündigungsrecht – zum Sommer und zum Winter

Unzufrieden mit dem Versicherungsschutz – Anpassung statt Kündigung?

Im Laufe des Versicherungsjahres ist es möglich, Ihre Krankenversicherung anzupassen. Dabei erübrigt sich womöglich sogar eine Kündigung. Wir empfehlen Ihnen die folgenden Mutationen:

  • Zusatzleistungen: Abhängig von Ihrer Versicherungsgesellschaft buchen Sie im laufenden Vertragsjahr Leistungen hinzu oder streichen diese
  • Franchise: Die Franchise abzusenken ist schwierig – besonders, wenn Sie bereits einen Teil davon in Anspruch genommen haben. Erhöhungen sind meistens jedoch kein Problem
  • Wohnort: es ist wichtig, Ihrem Versicherer einen Umzug rechtzeitig anzuzeigen

Gleichwohl ist ein Prämienvergleich zum Jahresende häufig lohnend. Wenn Sie Ihre Krankenkasse wechseln, erledigen Sie nötige Vertragsanpassungen gleich mit.

Wie kündigen Sie richtig?

Das Wichtigste vorweg: Wir raten Ihnen dringend, ausnahmslos in Schriftform zu kündigen. Bei telefonischen Kündigungen und Kündigungen via E-Mail ist die Beweisführung im Zweifelsfall schwierig. Zu leicht gehen sie verloren oder im Trubel des Geschäftsalltages unter. Wir empfehlen daher immer, dass Sie einen Brief aufsetzen. Liegt Ihnen das Verfassen von Schriftstücken nicht besonders? Sie finden zahlreiche Musterbriefe online, die Sie nur noch ausfüllen. Die folgenden Daten und Informationen gehören in das Kündigungsschreiben für die Krankenkasse:

  • das aktuelle Datum
  • Ihre Anschrift
  • die Anschrift Ihrer Versicherung
  • Ihre Versichertennummer
  • die Betreffzeile: «Kündigung»
  • der im Textkörper formulierte Wunsch, Ihre Versicherung zum Jahresende zu stornieren
  • die Bitte um eine Kündigungsbestätigung
  • Ihre handschriftliche Signatur

Verschicken Sie Ihr Kündigungsschreiben am besten mit Einschreiben. Auf diese Weise haben Sie einen Beweis dafür, dass die Versicherung es fristgemäss erhalten hat.

Sie haben gekündigt und wollen nun doch nicht wechseln – was tun?

Sie haben bereits einen Vertrag mit einer neuen Krankenkasse geschlossen? Jetzt kommen Ihnen jedoch Zweifel? Für Ihre bisherige Kasse ist das kein Problem. Sie informieren sie telefonisch über Ihren Wunsch, ihr Kunde zu bleiben. Der neue Versicherer hat allerdings die Möglichkeit, auf Ihren Versicherungseintritt zu bestehen – trotz einer Stornierung. Um doppelte Beiträge zu vermeiden, plädieren wir dafür, eine Kulanzregelung mit der neuen Krankenkasse zu finden.

Ist es der Krankenkasse möglich, Ihren Vertrag zu kündigen?

Hierzulande besteht die Versicherungspflicht in der Krankenkasse. Da die Versicherungsgesellschaft Sie unabhängig von Ihrem gesundheitlichen Zustand aufgenommen hat, darf sie Ihnen deswegen auch nicht kündigen. Darüber hinaus ist eine Voraussetzung für den Krankenkassenwechsel, dass der Versicherungsschutz weiterhin erhalten bleibt. Weisen Sie keinen Folgevertrag bei einer anderen Versicherungsgesellschaft vor, ist eine Kündigung nicht möglich.

Eine Kündigung verweigert die Krankenkasse ebenfalls, wenn offene Beiträge und laufende Mahnungen gegen Sie vorliegen. Solange Sie Ihrer Krankenkasse einen Betrag schulden, ist ein Wechsel ausgeschlossen. Doch auch wenn es Ihrer Krankenkasse nicht möglich ist, Ihren Vertrag einfach zu kündigen – sie hat beste Chancen, Sie wegen etwaiger Aussenstände zu betreiben. Um Widrigkeiten zu vermeiden, raten Ihnen Ihre wefox-Experten, keine Prämienrückstände zu sammeln. Damit es doch noch funktioniert, die Krankenkasse zu wechseln, ist es nötig, die offenen Beträge bis zum 31. Dezember beziehungsweise bis zum 30. Juni zu begleichen.

Wenn Sie all diese Punkte beherzigen, steht Ihrer Kündigung nichts mehr im Wege und bei weiteren Fragen sind wir von wefox stets an Ihrer Seite.