Krankenkasse Prämien 2019 2018-08-01T15:33:09+00:00
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Krankenkassenprämien 2019

Die Grundversicherung als obligatorische Krankenversicherung funktioniert als Solidargemeinschaft: Die Mitglieder kommen gemeinsam für die Gesundheitskosten aller Versicherten auf. Die einzelnen Krankenkassen kalkulieren ihre Beiträge nach zentral festgelegten Kriterien, um mit den eingenommenen Mitteln ihre Arbeit in der geforderten Qualität abzusichern. Trotzdem gibt es Unterschiede bei den Prämien, die sich nutzen lassen. Wir von wefox verraten Ihnen diese im Detail, um Ihnen Ihre persönlichen Möglichkeiten aufzuzeigen.

Wie werden Krankenkassenprämien grundsätzlich festgelegt?

Unterhalb der vom Bundesrat festgelegten Prämienobergrenze agieren die Krankenkassen entsprechend nach ihrer wirtschaftlichen Situation. Im laufenden Jahr legen sie die geplanten Prämien für das Folgejahr beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) vor und begründen sie mit aktuellen Angaben zum finanziellen Status Quo, fundierten Prognosen und aufgelaufenen Reserven. Erst nach erfolgreicher Überprüfung bewilligt das BAG die Prämienwünsche für das kommende Jahr. Es überzeugt sich von der Wirtschaftlichkeit der Krankenkasse und ob diese kostendeckend arbeitet.

Erteilt die Behörde abschliessend keine Genehmigung, ist es der Kasse nicht erlaubt, höheren Prämien einzufordern. Das Bundesamt für Gesundheit kommt Krankenkassen mit schwachen Rücklagen allerdings auch entgegen und erlaubt höhere Prämien, um deren wirtschaftliche Stellung zu verbessern. In diesem Zusammenhang beurteilt es Mitgliedszahlen sowie offene Rückstände von Versicherten. Grundsätzlich bewilligt es neue Prämien nur, wenn der Versicherte bei der Franchise ebenso freie Wahl hat wie bei alternativen Versicherungsmodellen.

Warum sind die Prämien für die Krankenkasse nicht überall gleich?

In der Grundversicherung gibt es mehr als 40 Krankenkassenregionen – in den kleineren Kantonen meist nur eine Region, grössere Kantone sind möglicherweise in mehrere Prämienregionen unterteilt. Die Einteilung der Prämienregionen basiert auf statistischen Daten, aus denen die Durchschnittskosten pro Einwohner unter Beachtung der Altersstruktur ermittelt werden. Das ist umso wichtiger, als dass ein Bezirk mit überwiegend älteren Bewohnern nicht gegenüber einem mit jüngeren Bewohnern benachteiligt wird. Die Altersgruppen unterteilen sich in drei Kategorien:

  • Kinder bis 18 Jahre
  • junge Erwachsene im Alter von 19 bis 25 Jahren
  • Erwachsene ab dem 26. Lebensjahr

Die Krankenkassen sind verpflichtet, ihre Prämien für jede Region zu kalkulieren, diese dem BAG vorzulegen und dort genehmigen zu lassen. Erfahrungsgemäss variiert die durchschnittliche Erhöhung der monatlichen Krankenkassenprämien für einen Erwachsenen je nach Kanton: In ländlichen Gegenden ist auf eine günstigere Prämie zu hoffen als in der Nähe einer Stadt. Zur Orientierung raten wir Ihnen, die Webseite des BAG zu konsultieren, dort veröffentlicht das Amt die zu erwartenden Prämien für die Grundversicherung. Selbstverständlich stehen Ihnen auch unsere wefox-Experten bei Rückfragen zur Verfügung.

Anstieg der Franchise geplant

Als Grundversicherter tragen Sie einen Anteil der Gesundheitskosten selbst. Einerseits schlägt hier der jährliche Festbetrag der Franchise, andererseits der Selbstbehalt zu Buche. 2018 beläuft sich die kleinste Franchise auf 300 Franken, die Selbstbeteiligung ist bei erwachsenen Versicherten auf 700 Franken limitiert. Hier plant der Bundesrat für das Jahr 2019 eine Erhöhung: Er hebt die Franchise auf wenigstens 350 Franken pro Jahr an.

Notwendig werden derartige Massnahmen, um angesichts des rasanten Anstieges der Gesundheitskosten die Beitragshöhe stabil zu halten. Gleichzeitig geht es natürlich darum, die Versicherten zu einer ausgeprägten Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit zu animieren. Höhere Franchisen sind jederzeit auf freiwilliger Basis möglich. Unsere wefox-Experten geben Ihnen gerne Auskunft über die Vor- und Nachteile einer solchen Entscheidung.

Bedenken Sie aber zunächst Folgendes, bevor Sie Ihre Franchise freiwillig erhöhen: Ist es Ihnen möglich, im Krankheitsfall Arztrechnungen bis zum Erreichen der Franchise und dem Selbstbehalt sicher zu finanzieren?

Wie senke ich meine Krankenkassenprämien?

Alle Jahre wieder: Im Spätsommer versenden die Krankenkassen die neuen Policen für das folgende Jahr. Anhand dieser Unterlagen raten wir Ihnen, verschiedene Optionen zu prüfen, um bei Ihrer Prämie zu sparen. Einerseits lässt sich die Franchise erhöhen, andererseits kommt vielleicht eine andere Krankenkasse in Frage. Dazu gibt es einige wichtige Überlegungen:

1. Nicht nur die Prämie beachten.
Erinnern Sie sich noch an die «Billigkrankenkassen»? Viele Versicherte wechselten überstürzt und erlebten, dass dieses Modell nicht funktioniert. Wer niedrige Prämien anbietet, spart an anderer Stelle. Ob Kundenbetreuung oder lange Wartezeiten auf Rückzahlungen – wir empfehlen Ihnen, eine Krankenkasse nicht nur nach der Prämie zu beurteilen.

2. Wie viel Krankenkasse brauchen Sie?
Wenn Sie mehr als acht Stunden in der Woche arbeiten, sind Sie bei einem Unfall ohnehin über Ihren Arbeitgeber versichert. Eine andere Sparmöglichkeit ergibt sich, wenn Sie auf die freie Arztwahl verzichten, um bei einem medizinischen Problem zuerst den gewählten «Gesundheitsmanager» aufzusuchen oder anzurufen. Bei einem Notfall sind Sie von dieser Regel befreit, ansonsten riskieren Sie jedoch bei einem eigenmächtigen Arztwechsel die Kostenübernahme.

  • Hausarzt-Modell: Hier verpflichten Sie sich dazu, im Krankheitsfall zuerst Ihren Hausarzt zu konsultieren. Dieser entscheidet, ob er Sie von einem Facharzt aufbieten lässt. Mit diesem Modell senken Sie Ihre Prämie.
  • HMO-Modell: Ihre erste Station ist ein angeschlossenes HMO-Gesundheitszentrum Ihrer Krankenkasse. Bei Bedarf überweisen die Ärzte Sie an externe Spezialisten. Auch dieses Modell macht sich bei Ihrer Prämie bemerkbar.
  • Telefon-Modell Telmed: Bevor Sie sich hier in medizinische Betreuung begeben, holen Sie über eine medizinische Beratungsstelle ersten Rat ein. Diese klärt mit Ihnen die Dringlichkeit eines Arztbesuchs ab und leitet wenn nötig alles Weitere in die Wege. Das Telmed-Modell bietet ebenfalls Sparpotenzial.

3. Kommt die Prämienverbilligung zum Tragen?
Die Krankenversicherung kennt hierzulande keine einkommensabhängigen Tarife. Jeder Einwohner bezahlt prinzipiell die gleiche Prämie. Da dies für viele Familien in bescheidenen Verhältnissen eine grosse finanzielle Belastung bedeutet, gibt es die kantonale Prämienverbilligung. Diese beantragen Sie bei Ihrer zuständigen Ausgleichskasse. Wenn Sie als Einzelperson oder Familie unter einer Einkommensgrenze liegen, haben Sie Anspruch auf die Individuelle Prämienverbilligung (IPV). Wird Ihr Antrag genehmigt, überweist die AHV Ihres Wohnkantons den bewilligten Betrag an Ihren Krankenversicherer und Ihre monatliche Prämie reduziert sich um diese Summe.

Kündigung von Grund- und Zusatzversicherungen

Sie haben die Möglichkeit, die obligatorische Grundversicherung jährlich zum 31. Dezember zu kündigen und bei einer anderen Krankenkasse neu abzuschliessen. Stichtag ist der 30. November – zu diesem Zeitpunkt ist es notwendig, dass Ihre Kündigung bei der Krankenkasse vorliegt. Eine Ausnahme besteht bei offenen Verbindlichkeiten Ihrerseits. Um allfällige Versicherungslücken zu verhindern, erhält das Bundesamt für Gesundheit BAG automatisch Mitteilung über Ihren Wechsel.

Beachten Sie bei Ihrer Zeitplanung, dass es Ihrem Krankenversicherer erst dann möglich ist, Sie aus seiner Versicherungspflicht zu entlassen, wenn Sie die Aufnahmebestätigung der neuen Krankenkasse vorlegen.

Krankenkasse und Steuern

Wussten Sie, dass es möglich ist, Krankheits- und Unfallkosten von Ihrem steuerbaren Einkommen abzuziehen? Einen Teil der monatlichen Prämien tragen Sie ebenfalls bei Ihrer jährlichen Steuererklärung in der entsprechenden Spalte ein. Darüber hinaus empfehlen wir Ihnen, auch die nichtversicherten Krankheitskosten oder Ausgaben, die von Ihrer Krankenkasse nur teilweise übernommen wurden, in Ansatz zu bringen. Dazu zählen unter anderem und in Abhängigkeit von Ihrem Wohnkanton:

  • Sehhilfen: Brillen und Kontaktlinsen
  • Hörgeräte
  • Leistungen für häusliche Krankenpflege (z.B. durch die Spitex)
  • Kuraufenthalte
  • Hilfsmittel wie Blutdruck- oder Blutzuckermessgeräte
  • Zahnärztliche Behandlungen

Diese Aufzählung ist nicht abschliessend. Entscheidend dafür, welche Kosten absetzbar sind, ist Ihr Wohnkanton. Machen Sie Krankheitskosten geltend, wird je nach Kanton allerdings noch einmal ein Selbstbehalt abgezogen. Dieser entspricht einem gewissen Prozentsatz Ihres zu versteuernden Einkommens.

Dazu ein Rechenbeispiel: Ihr Nettoeinkommen beträgt 80.000 Franken. Nehmen wir an, Sie leisten noch einmal einen Selbstbehalt von 5 Prozent dieses Einkommens. Sie ziehen also von Ihren abzusetzenden Krankheitskosten 4.000 Franken ab – diese gelten dann als Selbstbehalt. Haben Sie also 6.000 Franken an Kosten gesammelt, ist es noch möglich, 2.000 Franken von der Steuer abzusetzen.

Im Zweifelsfall lohnt sich der Rat eines Steuerexperten, der Mitarbeitenden Ihrer kantonalen Steuerverwaltung – und natürlich Ihres unabhängigen Versicherungsexperten bei wefox.