Spiros Margaris: «Es gibt kein Zurück mehr.»

Insurtech-Influencer Spiros Margaris über den Unterschied zwischen klassischen Versicherern und Insurtechs.

Lesezeit: 3 min

Spiros Margaris, Venture Capitalist (Margaris Ventures) und führender Influencer in Fintech, AI und Blockchain, über alte und neue Versicherungswelt.

Worin unterscheiden sich klassische Versicherer und Insurtechs?

Beispielsweise darin, dass Insurtechs keine grosse Belegschaft und keine «legacy» wie teure alte IT-Systeme haben. Mit kostspieligen Hinterlassenschaften bleibt nicht viel übrig für Innovation. Deshalb sind Insurtechs viel agiler. Und deshalb gehen die Versicherer auch Partnerschaften mit Insurtechs ein. Die Versicherer haben die Kunden, das Kapital und die Daten, die Insurtechs die innovativen Produkte und Lösungen.

Haben «die alten» Versicherer eine Zukunft?

Ohne Veränderung? Nein. Sie müssen sich erneuern, es gibt kein Zurück mehr. Neben den Insurtechs gibt es ja auch noch die Tech-Giganten wie Apple, Amazon oder Google, die neue Märkte erschliessen oder es zumindest wollen, auch in der Finanz- und Versicherungswelt.

Verlierer werden jene sein, die zu klein sind, das Geld nicht haben und sich zu langsam vorwärts bewegen.

Deshalb werden einige auch verschwinden, so wie es in der Bankenwelt bereits geschehen ist und der Abwärtstrend noch schneller an Geschwindigkeit zunehmen wird.

Was machen Insurtechs besser?

Sie sind näher am Leben dran, erkennen neue Bedürfnisse schneller. So wie bisherige Versicherer Risiken berechnen, wird es in Zukunft nicht mehr funktionieren. Alles verändert sich: Arbeitsmodelle, Lebenswelten, Partnerschaften, Mobilität, Freizeit. Vor allem jüngere Menschen wünschen personifizierte Online-Versicherungsprodukte und möglichst wenig Bürokratie.
Das kann nur technisch gelöst werden, beispielsweise der automatisierte Reiseschutz auf Basis von GPS-Daten oder «pay-as-you-go»-Lösungen. Die modernen Kundenbedürfnisse können die Insurtechs dank ihrer Agilität viel schneller abdecken.

Welche Kompetenzen brauchen gute Insurtechs?

Einerseits technologische Fähigkeiten auf Gebieten wie Künstliche Intelligenz, Internet of Things oder Big Data, andererseits Versicherungskompetenz und Unternehmertum. Mit dem richtigen Mix holt man die Bedürfnisse der Kunden am besten ab. Man darf nicht vergessen: Versicherungen sind komplexe Gebilde, und sie bewegen sich in einem stark regulierten Umfeld. Zu guter Letzt braucht es Top-Führungsleute, die fähig sind, die richtigen strategischen Entscheide zu fällen.

Insurtechs gibt es viele – wer wird überleben?

Was jetzt passiert, ist eine Fokussierung des Risikokapitals. Es hat zwar nicht weniger davon, aber die Investoren verringern ihr Risiko, indem sie lieber Start-up’s unterstützen, die sich bereits etabliert haben – so wie die wefox group, die gerade mit der Rekordsumme von 125 Millionen Dollar frisches Kapital abgeholt hat. 90 Prozent der neuen Projekte werden wieder verschwinden, das ist bei Start-up’s so. Aber es kommen auch wieder andere. Es hat genug junge Leute, die es versuchen wollen und werden.

In Europa ist die Datenschutz-Diskussion viel ausgeprägter als in Asien oder USA. Mit welchen Konsequenzen?

Tatsächlich ist Datenschutz in Ländern wie China kein Thema. Wir Europäer denken anders und wollen die Hoheit über unsere Daten nicht verlieren. Eine Konsequenz könnte sein, dass europäische Unternehmen nicht zu den ganz grossen Gewinnern der digitalen Transformation gehören werden. wefox-Gründer Julian Teicke hat früh erkannt, dass Datenhoheit ein zentrales Thema ist. Die Eigenverantwortung des Kunden und die volle Kontrolle über seine Daten stehen für ihn zuoberst. Die Kunden müssen einen Nutzen haben, wenn sie persönliche Daten freigeben. Mit transparenten und einfachen Lösungen lassen sie sich am besten überzeugen.

Spiros Margaris: «Ich bin unabhängig.»
Mit über 55 Millionen Twitter-Engagements und über 70’000 Twitter-Followers ist der Schweizer Investor und Senior Advisor Spiros Margaris der weltweit führende Influencer in Fintech, AI, Insurtech und Blockchain; er sitzt auch im Advisory Board der wefox Group.

«Als Nr. 1 bin ich privilegiert und habe Zugang zu den wichtigsten Leuten. Das ich mit den Besten der Fintech- und Insurtech-Branche zusammenarbeiten kann, ist die Frucht meines Erfolgs. Ich habe ein gutes Gespür, wohin der Trend geht und bin für Entscheider ein Gesprächspartner auf Augenhöhe. Wir sind wie eine Fussballmannschaft, jeder muss auf der richtigen Position spielen, und das auf höchstem Niveau, in jedem Spiel. Ehrlichkeit und Transparenz sind wichtig. Ich bin unabhängig. Und bleibe objektiv, indem ich auch Dinge kommuniziere, bei denen ich zwar nicht unbedingt derselben Meinung bin, aber gut argumentiert wird. Um an der Spitze zu bleiben, muss man noch härter arbeiten, sieben Tage in der Woche. Konstanz ist wichtig in meinem Leben. Ich weiss auch, was Niederlagen sind. So wie heute war ich noch nie glücklicher im Leben: Jetzt bin ich Spiros Margaris, der das tut, was er am liebsten macht. Dieses Feuer lasse ich nicht erlöschen.»
www.margarisventures.com

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2019-04-02T08:03:49+00:00