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Smarte Lösungen wie “Mobility as a Service” oder das Teilen von Verkehrsmitteln werden die Mobilität der Zukunft prägen. Das hat direkten Einfluss auf das einträgliche Geschäft mit Motorfahrzeugversicherungen: Die Deckung wird zukünftig integraler Bestandteil neuer, kollaborativer Angebote.

Wir werden immer mobiler – und die Mobilität verändert sich in Zeiten der digitalen Transformation rasant. Das gilt vor allem für den Autoverkehr. Neue Antriebstechnologien lösen den Verbrennungsmotor ab und werden die Modellpalette der Hersteller in den kommenden Jahren radikal umkrempeln. Bereits heute wächst das Angebot an mit Elektromotoren betriebenen Modellen beinahe täglich. Toyota als einer der weltweit grössten Anbieter ist bereits einen Schritt weiter und bietet mit dem «Mirai» das erste Serienfahrzeug auf Basis der Brennstoffzellentechnologie an. Diese Fahrzeuge stossen als Abfallprodukt nur Wasser aus und gelten seit langem als die Lösung der Zukunft.

Neben der technologischen Entwicklung wandeln sich auch Bedürfnisse und Verhalten der Mobilitätsnutzer. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen für den Versicherungsmarkt.

Millennials, die mit der «sharing economy» aufgewachsen sind, neigen dazu, Transportmittel bloss zu benutzen anstatt sie selbst zu besitzen. Und sie beeilen sich weniger als frühere Generationen, einen Führerschein zu machen. Zieht man zudem die Perspektive selbstfahrender Autos mit ein, so ist die Erschliessung der Autonutzung ohne privaten Autobesitz ein potenzieller Wachstumsmarkt. Das sagt Sampo Hietanen, Verkehrsingenieur sowie Gründer und CEO von “MaaS Global”, ein finnisches Unternehmen, das Konzepte für die Mobilität der Zukunft entwickelt und umsetzt. “MaaS” steht für “Mobility as a Service”. “Whim” ist das erste auf diesem Konzept basierende Produkt, das öffentliche und private Verkehrsangebote wie S-Bahn, Bus, E-Bike, Sharing-Car, Mietwagen und Taxi mittels Smartphone-App kombiniert. Im Grossraum Helsinki ermöglicht “Whim Unlimited” die freie Nutzung aller angeschlossenen Verkehrsmittel – für eine Flat Rate von monatlich 499 Euro.

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Der Versicherungsschutz ist in dem Preis bereits inbegriffen und wird von den Nutzern als selbstverständlicher Bestandteil des “Mobility as a Service”-Angebots wahrgenommen. Das gilt auch für reine Sharing-Angebote wie beispielsweise in der Schweiz “Mobility” oder “Sharoo”, in Deutschland “DriveNow” oder “car2go”. Die (Vollkaso)-Versicherungsdeckung ist jeweils inkludiert und kann in der Regel weder angepasst noch verändert werden. Beim Entscheid, ob jemand ein Carsharing-Angebot nutzt, spielt die Frage der Versicherung keine oder lediglich eine untergeordnete Rolle – weil die Deckung von den Nutzern selbstredend vorausgesetzt wird, und zwar auf bestmöglichem Niveau. Prof. Peter Maas vom Institut für Versicherungswirtschaft an der Hochschule St. Gallen erkennt in diesen Beispielen ein verändertes Kundenbedürfnis nach dem Prinzip “from ownership to access”, also Zugang anstelle von Besitz. Die Risiken werden dabei nicht mehr zwingend von jenen Personen versichert, die das Auto nutzen, sondern von den Anbietern von Mobilitätsdienstleistungen, den Herstellern oder von irgendjemand anderem.

Für Versicherungsgesellschaften heisst das: Geschäftsmodelle verändern sich; herkömmliche verschwinden, neue kommen hinzu. Als Konsequenz sollen Versicherungen weniger aus ihrer eigenen Perspektive denken, sagt Prof. Maas, sondern müssen den Anknüpfungspunkt zum Kunden dort suchen, wo er in deren Lebenswelten tatsächlich vorhanden ist. Im Falle der Mobilität verkaufen Versicherungen den Nutzern keine Motorfahrzeugpolice, sondern unterstützen sie quasi im Hintergrund bei ihren neuen, veränderten Mobilitätsbedürfnissen. Sie bieten Lösungen an – und nicht mehr Produkte. “Die Versicherung ist nicht mehr länger der Anknüpfungspunkt, sondern Versicherung ist auch noch mit drin”, sagt Prof. Maas. Zu diesem Zweck müssen sich Versicherungen mit den richtigen Partnern zusammentun und clevere Kooperationen eingehen. Sie sollen ihre Fähigkeiten und Kompetenzen als Versicherer sichtbar machen, Nutzen schaffen und damit ein unverzichtbarer Teil jener Angebote werden, wie sie die Märkte in Zukunft fordern. Dann werden die Versicherungen nicht zu den Verlierern, sondern zu den Gewinnern der digitalen Revolution gehören.

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